Osternacht in St. Johannes

Osternacht – Dies ist die Nacht die Gott erhellt

Osternacht in der Pfarrkirche St. Johannes Ittling

Am Abend des Karsamstags wird der wichtigste Gottesdienst des Jahres, die Osternacht gefeiert. In dieser Nacht feiern die Christen die Auferstehung Jesu. Ostern ein Hoffnungsfest, an diesem Fest weicht das Dunkel der Nacht und wird erhellt. Dieser Tage überlagert der Krieg in der Ukraine bei vielen Menschen die Osterfreude überdeckt. Dabei gelten doch Karfreitag bis Ostersonntag als höchste Feiertage im Jahr, weil Christen damit die Überwindung von Tod und Angst feiern. So hoffen alle Christen, dass auch die Menschen in der Ukraine Ostern erleben dürfen. Die Feier der Osternacht gilt als Mutter aller Vigilien. In ihr erwartet die Kirche nächtlich Wache haltend die Auferstehung des Herrn und feiert sie in Heiligen Zeichen. Diesem Zeichen entspricht auch der Aufbau der durch vier Teile geprägten Feier der Osternacht. Auch in der Pfarrkirche St. Johannes in Ittling wurde die Osternacht, die Nacht, die Gott erhellt, in vier Teilen feierlich begangen. Zelebriert wurde dieser feierliche Gottesdienst von Pfarrer Stefan Altschäffel, StD i.R. Josef Hiebl, Diakon Willi Poiger und Gemeindereferentin Barbara Iberer, welche die Gläubigen auf den jeweiligen Teil mit kurzen besinnlichen Worten einstimmte

 

Die Lichtfeier

Die Lichtfeier, sicherlich jener Teil der Osternacht, der diese von den anderen abendlichen oder nächtlichen Gottesdiensten, wie etwa der Christmette an Weihnachten, abhebt. Zur Liturgie dieser Feier gehört, wie in allen Gemeinden, die Nacht. Wir sind am Abend des Karsamstages angelangt, dem Abend des Tages der Grabesruhe Jesu. Die Finsternis dieser Welt hat zu ihrer letzten Waffe gegriffen – zum Tod. Die nachtdunkle Kirche ist ein Bild für unsere finstere Welt, die durch Kriege und Gewalt immer mehr an Grausamkeit erlangt. Nun wurde die Osterkerze am Osterfeuer feierlich entzündet und von Diakon Willi Poiger durch den Mittelgang der Kirche ins Presbyterium getragen. Am Anfang, in der Mitte und den Stufen des Altars sang der Vorbeter jeweils „Lumen Christi“. Die Kirchengemeinde sang die Antwort „Deo Gratias“. Nach dem dritten Lumen Christi wurde zum Taizelied „Im Dunkel unserer Nacht“ das Licht weitergegeben. Anschließend sang Diakon Willi Poiger das Exsultet, das Lob der Osterkerze.

 

Wortgottesdienst

Im Wortgottesdienst wurde dann von den großen Taten erzählt, die Gott von Anfang an seinem Volk getan hat. In der ersten Lesung hörte man von der Erschaffung der Welt. In sieben Tagen werden Raum und Zeit geschaffen und befüllt. Die zweite Lesung erzählte von der Rettung des Volkes Israel am Schilfmeer vor der ägyptischen Streitmacht mit Gottes starkem Arm. Seit Gründonnerstag hatten Orgel und Glocken geschwiegen als Zeichen der Trauer. Nun hob zum Gloria österlicher Jubel an, denn der Herr zieht heraus aus dem Todesdunkel und tritt ins österliche Licht des Lebens. Es erklang wieder Glockengeläut, Orgelspiel und das Halleluja erschallte in schönsten Tönen. Anschließend wurde noch eine neutestamentliche Lesung vorgetragen. Diakon Willi Poiger verkündete daraufhin das Osterevangelium. In seiner Predigt ging Pfarrer Stefan Altschäffel auf das Evangelium nach Lukas ein, der sein Evangelium eine Erzählung nennt. „Der Evangelist Lukas erzählt alle Osterereignisse an einem Tag, Dies ist ein langer Tag, aber es wird deshalb keine lange Predigt.“, meinte Pfarrer Altschäffel. Lukas gilt als Maler und zeichnet vier österliche Szenen, die in ihrer Abfolge dem Freskenzyklus einer Rokokokirche gleichen. Das erste Bild stellt den Grabbesuch der Frauen dar. Jenes Grab das Josef von Arimatäa zur Verfügung stellte um Jesus darin zu Grabe zu legen. Der Auferstehungsglaube hebt an mit einem Werk der Nächstenliebe. Das zweite Bild, das große Schiffsfresko gleichsam, handelt vom Emmaus Gang in dem zwei Jünger Jesu ihren Herrn zunächst nicht erkennen. Erst beim Mahl gehen ihnen die Augen auf. Österlicher Glaube hat seine Mitte im gemeinsamen Mahl. Im dritten Bild, das dem Hochaltarretabel entspricht, sieht man Jesus in der Mitte seiner Jünger, die zunächst in Angst geraten. Doch dann spürt jeder von ihnen ganz persönlich, Jesus lebt. Der Glaube an die Auferstehung muss erwachen in der Seele jedes einzelnen Gläubigen, allein Gemeinschaftserfahrungen sind nicht genug. Das vierte Bild wiederum gleicht dem Chorfresko mit geöffnetem Himmel. Jesus führt seine Jünger in der Nacht des Auferstehungstages noch hinaus nach Betanien, wo er segnend in den Himmel aufgenommen wird.  Doch die Jünger haben die Gewissheit erlangt: Jesus lebt, obgleich er unseren Blicken entzogen ist, seine Verbindung zu uns ist spürbar, erfahrbar. Diesen Wunsch gab Pfarrer Stefan Altschäffel den Gläubigen mit auf den persönlichen Osterweg. Jesus ist uns nahe und segnet uns. Und noch wichtiger ist, dass wir ihm persönlich begegnen und das geschieht, wenn er uns selbst den Glauben schenkt.

 

Tauffeier

Der dritte Teil der Osternachtfeier ist die Tauffeier. Da an diesem Abend keine Tauffeier stattfand, wurde die Erinnerung an die eigene Taufe in Erinnerung gerufen. Dabei wurde an alle Menschen gedacht die in dieser Nacht, auf der ganzen Welt das Sakrament der Taufe empfangen können. Die Osterkerze wird überreicht um die Weihwasserweihe vorzunehmen. Die Erneuerung des Taufsprechens mit dem Lied „Alle meine Quellen“ und die Fürbitten mit den Kyrierufen führen hin zu letzten Teil dieser Osternacht.

 

Eucharistiefeier

Gemeindereferentin Barbara Iberer führte nun die Gläubigen mit einleitenden Worte zu letzten Höhepunkt der Osternacht. Als Höhepunkt dieser Osternachtfeier hält nun der Auferstandene gemeinsam mit uns das Ostermahl. Er hat sich für uns geopfert, ist dem Tod entrissen worden und will sich uns nun zur Speise geben, zur Speise unserer Unsterblichkeit. Zur Gabenbereitung wurde das Lied „Das ist der Tag den Gott gemacht“ mit Begleitung der Orgel, gespielt von Stefan Seyfried, gesungen. Beim „Agnus Dei“ erklang das Leid „O sing of Peace“, welches allen Besuchern aus dem Herzen sprach. Mit dem Dankgesang „Lasst uns ziehn zu den Quellen des Lebens“ wurde der vierte Teil dieser Osternacht vollendet.

Es folgte die Hinführung zur Speisenweihe mit Segen an die Gottesdienst Besucher. Im Heiligen Ostermahl hat der Auferstandene uns gestärkt. Das österliche Mahl will seine Fortsetzung finden im häuslichen Mahl daheim.

In seinen Dankesworten von Pfarrer Stefan Altschäffel erwähnte er die hervorragende musikalische Gestaltung mit vorwiegend Neuem Geistlichen Liedgut durch die Jugendband der Pfarrei unter der Leitung von Kirchenmusiker Stefan Seyfried und Gemeindereferentin Barbara Ibererfeierliche Einsatz der Ministrantinnen und Ministranten sowie des gesamten liturgischen Dienstes verdiene ebenfalls ein vorzügliches Lob. Der wunderschöne Blumenschmuck, den zum Teil am Karfreitag zur Kreuzverehrung die Kirchenbesucher spenden und von Angela Baumgartner und Ingrid Sagstetter wunderschön gestaltet wurden, sei ein Augenschmaus. Erwähnt wurde auch die Osterintervention durch den Ittlinger Malkreis der heuer eine besondere Stimmung in der Kirche erzeugte.

Text: Theodor Huber

Fotos:  Andreas Schwarz, Sandra Hüttinger, Ursula Meier

 

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