Abschied von Pfarrer Urlberger

Der gute Hirte
Am 28. Februar 2021 verstarb unser ehemaliger Stadtpfarrer H.H. BGR Paul Urlberger im Alter von 88 Jahren. Wie es sein Wunsch war, fand er in seiner Heimat Metting seine letzte irdische Ruhestätte, dort wurde auch das Requiem für ihn gefeiert. Daran konnten aufgrund der Abstandsbeschränkungen nur ganz wenige Besucher teilnehmen.
Aus diesem Grund gab es in der Pfarrkirche St. Johannes in Ittling einen eigenen Abschiedsgottesdienst, der – passend zum engagierten priesterlichen Wirken des Verstorbenen – am sogenannten „Guten-Hirten-Sonntag“ begangen wurde.

Ich kenne die Meinen
Pfarrer Stefan Altschäffel legte in seiner Predigt das Bildwort Jesu vom guten Hirten aus dem Johannesevangelium auf Wesen und Wirken von Pfarrer Paul Urlberger hin aus. „Der gute Hirt kennt die Seinen“: Auch Pfarrer Urlberger war seinen Pfarrangehörigen in herzlicher Verbundenheit zugetan, er teilte mit den Ittlinger und Amselfingern sein Leben, nahm Anteil an ihrer Freude und ihrer Trauer.

Ich gebe mein Leben hin

„Der Gute Hirt gibt sein Leben für seine Schafe“: Zwar musste Pfarrer Urlberger nicht sein Leben geben für die Ittlinger. Ihm war es nun vergönnt, noch viele gute Jahre im Ruhestand zu verbringen, so wie er es sich gewünscht hatte, hoch über den Dächern von Regensburg-Königswiesen, umgeben und umsorgt von Menschen, denen er sehr verbunden war. Doch die Lebenshingabe, von der das Evangelium spricht, ist nicht ganz zutreffend übersetzt. Vielmehr muss es heißen: „Ich setze mein Leben ein bis zum Äußersten für die Meinen aus freiem Willen.“ Und diese Aussage passt nun schon zu den 11 Jahren segensreichen Wirkens in der Pfarrei von 1991 bis 2002. Pfarrer Urlberger war bei der Übernahme der Pfarrei bereits in einem Alter, dass mancher sagen würde: „Ich habe das Meine schon getan, ich lasse hier meinen aktiven Dienst ruhig ausklingen“. Nicht so Pfarrer Urlberger. Seinen reichen Erfahrungsschatz als Landvolkseelsorger und viel persönliches Herzblut brachte er ein in die Pastoral seiner ihm anvertrauten Pfarrgemeinde. Daneben packte er entschlossen verschiedene Baustellen an: Anbau an das Pfarrhaus und an den Kindergarten, Renovierung der Pfarrkirche St. Johannes und St. Stephanus. Alles wurde unter seiner Verantwortung bestens vollendet.

Der „schöne Hirt“

Der „gute Hirt“ des Evangeliums heißt exakt wiedergegeben eigentlich der „schöne Hirt“. Eine ästhetische Wahrnehmung von etwas „Schönem“ kann zu einem Perspektivenwechsel, ja zu einer Änderung des Lebens führen. Das ist auch die Grundperspektive des Lieblingsjüngers Jesu, der hinter dem vierten Evangelium steht und dieses Bild uns vor Augen stellt: Die liebende Lebenshingabe Jesu soll den Glauben und die Nachfolge wecken. Das war auch die Grundüberzeugung von Pfarrer Paul Urlberger: Glaube lässt sich nicht erzwingen, nicht verordnen. Satzhafter Glaube und aus Furcht befolgte Moral sind zuwenig. Der Mensch muss etwas Schönes schauen, das ihn bewegt und antreibt. In diesem Zusammenhang sind die Bemühungen von Pfarrer Urlberger zu würdigen, den Pfarrangehörigen bildlich etwas zu zeigen und vor Augen zu führen, ja förmlich erleben und spüren zu lassen, was in den vielen wunderschönen Pilgerfahrten in sein Sehnsuchtsland, das Heilige Land Israel, möglich wurde.

Dank an der Menora
Mitglieder des Pfarrgemeinderates brachten mit den Symbolen Gebetsbuch, Reiseführer, Familienfotos, Bogenberger Madonna, „rotes Buch“ mit Stimmgabel und Schafkopfkartenspiel ihren Dank für den Pfarrer und Mensch Paul Urlberger vor Gott. Pfarrer Stefan Altschäffel entzündete dazu die sieben Kerzen des jüdischen Menoraleuchters, den Diakon Willi Poiger für diese Feier von der israelitischen Kultusgemeinde Straubing besorgt hatte.
Mitglieder der Jugendband übernahmen unter der Leitung von Gemeindereferentin Barbara Iberer und Kirchenmusiker Stefan Seyfried die sehr berührende kirchenmusikalische Gestaltung der Liturgie mit Lieblingsliedern von Pfarrer Paul Urlberger wie „Selig seid Ihr“ oder „Shewanu Schalom“.
Ein großer Dank gilt der Familie von BGR Paul Urlberger, die für den Gedenkgottesdienst in Ittling das große Gedenkkreuz, das demnächst an seiner letzten irdischen Ruhestätte seinen Platz finden wird, eigens mitgebracht und bei der Osterkerze aufgestellt hatte.

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