Am Hochfest der Auferstehung des Herrn hatten sich wieder sehr viele Gläubige zum Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Johannes versammelt. In seiner Predigt ging Pfarrer Stefan Altschäffel, der zu Beginn mit einer großen Ministrantenschar in die Kirche eingezogen war, im Blick auf das Osterevangelium nach Johannes auf die umwälzende Bedeutung des Auferstehungsgeschehens ein. Für die ersten Auferstehungszeugen war Ostern alles andere als ein erwartbares „Happy End“ nach dem Karfreitag. Über die Jünger heißt es: „Sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.“ Die Auferstehung lag nicht im Erwartungshorizont der Jünger. Eher dachten sie: Jetzt ist alles aus. Die Osterevangelien sprechen denn auch eine ziemlich verhaltene Sprache. Nach der Auffindung des leeren Grabes herrschen zunächst Schrecken, Entsetzen (bei Markus) oder zumindest Ratlosigkeit und Verwunderung (bei Johannes). Das Evangelium des heutigen Festtages spielt dazu mit einigen Tempiwechseln auf der Schwelle dieses Grabes: beim Lauf der beiden Jünger zum Grab, das Losrennen, Zögern, sich erst einmal nur Vorbeugen, noch nicht Hineingehen — und schließlich doch die Schwelle des Grabes Überschreiten, erst der eine, dann der andere. Nach und nach. Nur zaghaft und schrittweise gelingt das Wahrnehmen der Indizien und das sich Einlassen auf die neue Wirklichkeit. Es gibt auch in unseren Tagen so viele Enttäuschte in der Welt.. Jeder kennt sie, die unerfüllten Wünsche, zerbrochenen Hoffnungen, ins Leere gehenden Erwartungen, und die Depression oder die Wut und den Zorn über manch mehr oder weniger tragisches Geschick, die uns darüber bisweilen befallen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, meinen die Zyniker und setzen hinzu: Aber sie stirbt irgendwann. Nein, sie stirbt nicht, sagt der Glaube, sondern sie findet ihren festen Haltepunkt in der Auferstehung Jesu. Die aber ist freilich etwas ganz anderes als die Garantie, dass alles so kommt, wie wir es uns wünschen. Das Wort von der Auferstehung heißt nicht: Gott erfüllt — endlich — unsere Wünsche oder Gott richtet die Welt nach unseren Erwartungen ein. Nein: Gott holt Jesus nicht vom Kreuz. Die Botschaft der Auferstehung heißt vielmehr: Gott handelt jenseits des Erwarteten, Erwartbaren und Erhofften, jenseits des Ersehnten und Erwünschten. Er handelt überraschend, anders, ganz anders. Gott schafft eine neue Wirklichkeit, die so von Menschen nicht auszudenken ist; auch in unseren kühnsten Träumen nicht.
Das Osterhochamt wurde musikalisch grandios gestaltet vom Ittlinger Kirchenchor mit Soli und Orchester unter Leitung von Kirchenmusiker Stefan Seyfried mit der Messe „In honorem Sancti Gabrieli“ von Michael Haydn. Die Solistenparts übernahmen Petra Hollauer (Sopran), Christa Höcht (Alt), Herbert Meier (Tenor) und Thomas Iberer (Bass). Als Instrumentalisten wirkten Svetlana Shapiro, Birgit Tomys, Verena Tomys, Siegfried Hirtreiter, Kilian Gross und Norbert Ziegler.
Am Ende der Feier kamen auch noch die Teilnehmer vom parallel stattfindenden Kindergottesdienst im Pfarrheim dazu und erlangten Anteil an der österlichen Speisenweihe sowie am „Risis Paschalis“, dem Osterwitz.
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