Ein bisschen Geschichte

Die Marianischen Männerkongregationen auf der ganzen Welt, in Deutschland besonders in Bayern, hängen geistig zusammen mit der ersten Marianischen Kongregation, die 1563 durch den Jesuitenpater Jean Leunis unter dem Patronat „Mariä Verkündigung“ entstanden war, Man tituliert sie als „Prima primaria“, als die „Erste aller herausragenden Mariengemeinschaften“; einige Jesuiten verstehen darunter aber auch Maria als die „Erste aller Ersten“ (Umschreibung des Engelsgrußes: Du bist voll der Gnaden“ , Lk 1, 28). Diese erste der Marienkongregationen unterstand dem jeweiligen Jesuitengeneral, wie die anderen Marianischen Kongregationen auch, denn sie waren alle in diese erste in Rom einverleibt. Letzte Obrigkeit war und ist, wie beim Jesuitenorden, auch bei der Marianischen Kongregation direkt der Papst; seit 1773 nach der vorübergehenden Auflösung des Jesuitenordens der jeweils zuständige Ortsbischof anstelle des Jesuitengenerals, d.h. sie sind keine Gemeinschaft, die im letzten einer Pfarrei untersteht; sie wird von einem anderen Geistlichen, Präses genannt, im Auftrag des Bischofs geleitet. Seit Anbeginn haben aber auch die Laien eigene Aufgaben in der Führung (Oberster Laie heißt Präfekt), die Aufgaben lassen sich umschreiben als ein Gemisch aus den Aufgaben, die später die Kirchenverwaltungen und der Pfarrgemeinderat bekommen haben.

Der Titel „Mariä Verkündigung“ weist auf das Ja-Wort der Gottesmutter in Nazaret hin: „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe wie du gesagt hast“. Diese Haltung Mariens soll die Grundhaltung werden für alle Jungmänner und Männer. Übertragen kann das so heißen: ‚Ich bin der Diener des Herrn, ich erfülle seine Gebote und Weisungen’. In der Tat wurde auch das Jesustrigramm der Jesuiten „JHS“ (Jesus, Heiland, Seligmacher) umgedeutet in den lateinischen Satz: „Jesus habemus sozium“, d.h. „Jesus haben wir als Gefährten“.

In Süddeutschland gründete P. Jakob Rem 1574 in Dillingen die erste Marianische Männerkongregationen. Er suchte sich seine Sodalen (Mitglieder) zunächst unter den Schülern und Studierenden aus und gründete eine Studentenkongregation. Dies waren in erster Linie Söhne von Adligen, Patriziern und einflussreichen Bürgern. Er suchte sich nur die allerbesten aus und vertiefte deren religiöses Wissen und Leben. Sie sollten in ihrer Umgebung besonders apostolisch wirken; heute würden wir sagen, sie sollten Multiplikatoren des Glaubens sein. Später wuchsen diese aus dem Alter den Stundenten raus und bekleideten einflussreiche Ämter und Positionen, wo sie ihren christlichen Glauben vorbildhaft leben konnten. Die Männer verlangten nach einer eigenen Kongregation. So entstand die „Marianische Herren und Bürgerkongregation“.

In Straubing gründete der Jesuitenpater Lazarus Krieger 1646 die „Herren und Bürgerkongregation“ unter dem Titel „Mariä Verkündigung“ bei der „Kirche unserer Lieben Frau“ (Jesuitenkirche), heute „Marianische Männerkongregation Straubing“. Auch hier wie bei den anderen Kongregationen wurde nicht jeder aufgenommen. Die Mitglieder sollten eine Elite im Glaubensleben sein und die Aufnahme war eine besondere Auszeichnung. Heute wird nicht mehr so streng ausgewählt und die Teilnahme steht jedem offen; eine feierliche Aufnahme und die Besiegelung mit einem Handschlag gibt es auch heute noch. Die Marianische Männer-Kongregation Straubing (MMC) erstreckt sich über halb Niederbayern und zählt in 124 Pfarrgruppen knapp 6000 Sodalen.

Mindestens seit 1872 besteht nach den alten Sodalenblättern eine Pfarrgruppe in Ittling. Sodalen, sogar recht einflussreiche, gab es aber schon früher in unserer Pfarrei. So waren der Churfürstliche Regierungsrat Ulrich Zehentner von Moosdorf 1687 und Christoph Ulrich Freiherr Zehentner von und zu Moosdorf 1703 Präfekten der Kongregation Straubing. Knapp 100 Männer gehören derzeit in unserer Pfarrei der Kongregation an und bilden die Pfarrgruppe Ittling.

                                                                                      Norbert Hollauer

Was will die Marianische Männerkongregation erreichen:

Verantwortlich für die Zentralkongregation:

Sie ist eine Gemeinschaft katholischer Jungmänner und Männer, deren Ziel ist, durch die Nachahmung des vorbildhaften Lebens Mariens, Christus und seiner Kirche zu dienen in einem vorbildhaften Glaubensleben und ein geistiges und materielles Füreinandereinstehen; letztes Ziel ist so die Heiligung des eigenen Lebens durch die gelebte Gottes- und Nächstenliebe, was auch Gott will (Vgl. 1 Thess 4.3!),  und die Beachtung der göttlichen Weisungen. Dies drückt sich aus in der Treue und in der Zusammenarbeit mit den Hirten der Kirche und durch die Glaubensverantwortung in den Familien und im persönlichen Umfeld, Teilnahme an der Hl. Messe, Sakramentenempfang, Sonntagsheiligung, Schriftlesung, religiöse Fortbildung, durch Gebet und gegenseitige Unterstützung mit Rat und Tat, durch christliche Wertvorstellungen und Verantwortung im öffentlichen Leben; alles nach dem jesuitischen Leitmotiv „Alles zur größeren Ehre Gottes“.

Es ist eigentlich ein religiöses Leben, das jeder Gläubige anstrebt. Nur kennen wir schon seit Kindheitstagen, dass uns das Mitmachen in einer Gemeinschaft leichter fällt. Allein gelassen flaut der Vorsatz und die Begeisterung meist bald ab und erlischt u.U. ganz. Wenn mehrere oder gar viele mitmachen, dann fällt es den Jungmännern und Männern leichter.

  • Die Gemeinschaft spornt an, begeistert und trägt. Das Tun durch andere oder Einladungen/Aufforderungen der Gemeinschaft und die Satzung erinnern immer wieder daran, was man tun wollte oder sollte. Die ständige Erinnerung hilft gegen Vergessen und Lauheit.

  • Eine Gemeinschaft lässt alle im gleichen Geist beten („einmütig im Gebet“ Apg 1,14; 12,5), feiern, sich fortbilden, den Glauben vertiefen. Die Gemeinschaft steht unter dem besonderen Schutz des Erlösers: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20). Die Wirkkraft des Betens wird erhöht.

  • Die tragende Gemeinschaft ist manchmal sehr groß z.B. beim Hauptfest in Straubing mit gut 2000 Gleichgesinnten oder das Wissen um 50.000 Sodalen in ganz Bayern, die alle nach der gleichen religiösen Lebensweise streben.

 

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Präses: Pater Eberhard Lorenz OSB,     
Benediktinerabtei Metten     
Abteistraße 3
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Josef Kolbinger          
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Für die Pfarrgruppe:
Obmann: Georg Dotzer
Dornierstr. 68a   
94315 Straubing 
Telefon: 09421/60268 
email: georg-dga@freenet.de

Stellvertreter und Helfer: Josef Grotz 
Welser Straße 34
94315 Straubing
Telefon 09421/ 60512

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